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Ausstellung vermittelt alles Wichtige zum Thema Demenz

18.08.2017
Das Thema Demenz ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Im Landkreis Miltenberg gibt es bis zu 3000 Betroffene – was bedeutet, dass fast jeder in seinem Familien- oder Bekanntenkreis Betroffene oder deren Angehörige kennt. Wichtige Informationen zum Thema Demenz vermittelt die Wanderausstellung „Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz“, die noch bis zum 1. September im Foyer des Landratsamts Miltenberg zu sehen ist.

Mit großem Interesse nahmen die Gäste der Eröffnung der Ausstellung „Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz“ die Informationen zum Thema Demenz auf, darunter stellvertretender Landrat Thomas Zöller (links), Lena Ullrich (Gesundheitsregion plus, rechts) sowie Konrad Schmitt (Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige, Mitte).
Ausstellung Demenz

Thomas Zöller, Stellvertreter von Landrat Jens Marco Scherf, wies bei der Eröffnung der Ausstellung am Mittwochnachmittag auf die gesamtgesellschaftliche Herausforderung von gerontopsychiatrischen Erkrankungen wie Demenz hin. Die Wanderausstellung, ein Kooperationsprojekt des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege mit dem Landesverband Bayern der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft, solle eine breite Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren, auf Informations- und Hilfsangebote hinweisen sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gewinnen. Es freue ihn, Zöller, sehr, dass es der Gesundheitsregion plus in Kooperation mit der Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige gelungen sei, die Wanderausstellung in Miltenberg zu zeigen. Zöller dankte allen Angehörigen, Freunden und Nachbarn, die sich um Demenzkranke kümmern. Dies, so Zöller, sei eine „eminent wichtige, außerordentlich wertvolle und unbezahlbare Arbeit.“ Größte Anerkennung sprach der stellvertretende Landrat auch allen Helferinnen und Helfern in Selbsthilfegruppen, Angehörigengruppen, Betreuungsgruppen, Helferkreisen, Pflegediensten, Tagespflegestätten und Sozialstationen sowie Beratungsstellen aus. Dem Landkreis seien die Betreuung und Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Demenzerkrankungen sowie die Unterstützung der Angehörigen ein wichtiges und elementares Anliegen. Daher unterstütze man die Arbeit vor Ort sowie in verschiedenen Diensten und Einrichtungen direkt oder durch die gemeinsame Stiftung Altenhilfe, so Zöller abschließend. 

Konrad Schmitt (Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige) stellte die Beratungsstelle vor, die im November ihr zehnjähriges Bestehen feiern wird. Ziele seien unter anderem, die Gesellschaft zu sensibilisieren und pflegende Angehörige besser zu unterstützen. Insgesamt gebe es über 60 Formen der Demenzerkrankungen, wusste Schmitt. Betroffen seien nicht nur Senioren, sondern auch bereits Jüngere zu Anfang des fünften Lebensjahrzehnts. Die primäre Form der Erkrankung sei nicht heilbar, bei sekundäre Formen gebe es dagegen Chancen auf Heilung. Schmitt gab zu bedenken, dass nicht alles, was nach Demenz aussieht, auch eine Demenzerkrankung sei. So zeigten beispielsweise diverse Vitaminmängel ähnliche Symptome wie Demenz. Der Hausarzt nehme bei der Diagnose eine Schlüsselfunktion ein, sagte Schmitt und sprach sich dafür aus, möglichst früh klären zu lassen, ob es sich bei erkannten Demenzerkrankungen um primäre oder sekundäre Formen handelt. Im Landkreis Miltenberg gebe es zudem viele Beratungs- und Betreuungsangebote für Betroffen und deren Angehörige, sagte Schmitt, „wir müssen uns hier wirklich nicht verstecken.“ Darüber hinaus würden auch Schulungen für Angehörige angeboten. An den Donnerstagen während der Ausstellung sei morgens von 9 bis 11 Uhr eine Expertin vor Ort, um Fragen zu beantworten. 

Lena Ullrich, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion plus, stellte den rund 40 Gästen die Wanderausstellung vor, deren Mittelpunkt ein großer stilisierter Kopf mit Regalen ist. Unter den 22 Fächern auf der Vorderseite des Kopfregals seien elf Fächer, in denen Informationen zum Thema Demenz bereitstehen. In sechs Fächern werde anhand von Objekten mit Zitaten die Situation Betroffener dargestellt, fünf Fächer seien schwarz und leer, um den zunehmenden Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit zu symbolisieren. Auf der Rückseite des Kopfregals seien konkrete Verhaltenstipps im Umgang mit Betroffenen aufgeführt, erklärte Ullrich, ehe sich die Gäste bei einem Rundgang informierten.

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