Gesundheitsregion plus Miltenberg Gesundheitsregion plus Miltenberg
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Gesundheitsregion plus Miltenberg
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Gesundheitsregionplus auf einem guten Weg

06.02.2017 Am Sonntag, 5. Februar, hatte die Gesundheitsregion Plus mit Landrat Jens Marco Scherf an der Spitze sowie Geschäftsstellenleiterin Judith Seidel gemeinsam mit dem ärztlichen Kreisverband Untermain, vertreten durch den Facharzt für Allgemeinmedizin, Jörg Frieß (Leidersbach), zur Kinomatinee nach Erlenbach eingeladen. Gezeigt wurde die Tragikomödie „Der Landarzt von Chaussy“, in dem ein Landarzt (Francois Cluzet) durch eine Erkrankung gezwungen ist, eine Vertretung (Marianne Denicourt) einzustellen.

Gesundheitsregion plus Miltenberg

Im Anschluss an den 90-minütigen Film, der die oftmals beschwerliche Arbeit von Landärzten widerspiegelte, fand die Podiumsdiskussion zum Thema „Gesundheitsversorgung der Zukunft im Landkreis Miltenberg“ statt, angelehnt an den Slogan „Gemeinsam Gesundheit sichern“. Diskussionsteilnehmer waren neben Landrat Jens Marco Scherf, Wolfgang Zöller, ehemalige Bundestagsabgeordneter und Patientenbeauftragte der Bundesregierung sowie Mitglied der Steuerungsgruppe in der Gesundheitsregion Plus, Katharina Merker, Studentin der Medizin, die im Mai 2017 im Klinikum Aschaffenburg ihr Praxisjahr antritt, Daniel Ringlstetter, examinierter Altenpfleger und Bachelor of Science, Uwe Eisner, Physiotherapeut und Daniel Feldberg, Assistenzarzt an der Helios-Klinik in Erlenbach. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ruth Weitz.

Diskutieren über Wege zu optimalen Gesundheitsversorgung im Landkreis Miltenberg: von links Landrat Jens Marco Scherf, MdB a. D. Wolfgang Zöller, Daniel Feldberg, Assistenzarzt, Uwe Eisner, Physiotherapeut, Daniel Ringlstetter, Altenpfleger und Bachelor of Science, Katharina Merker, Medizinstudentin.

Seit Mai 2015 gehört der Landkreis Miltenberg zu derzeit 33 Gesundheitsregionen im Bayern. Hier will der Freistaat die medizinische Versorgung, und die Gesundheitsvorsorge, gerade im ländlichen Raum verbessern. Auf Landkreisebene soll durch Netzwerke, zum Beispiel von Ärzten, Therapeuten, Pflegediensten, Apotheken, Krankenhäusern, in Kooperation mit den Krankenkassen die Gesundheit der Bevölkerung verbessert werden. Die Gesundheitsversorgung ist nur ein Standbein von dreien der Gesundheitsregion Plus im Landkreis Miltenberg. Die anderen beiden in Arbeitskreisen behandelten Themen sind die Gesundheitsförderung und Prävention sowie die Pflege-, Palliativ- und Hospizversorgung.

Landrat Jens Marco Scherf bei seiner Begrüßung

„Mit der Gesundheitsregion Plus haben wir ein Instrument aufgegriffen, um die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen und um alle Institutionen an einen Tisch zu bringen“ so Landrat Jens Marco Scherf. Auf diese Weise könnten gemeinsame Auftritte nach außen geplant und eine Vernetzung der Professionen im Gesundheitsdienst erreicht werden. Ziel sei, in 20 Jahren eine optimale Gesundheitsversorgung im Landkreis Miltenberg zu gewährleisten. „Niemand soll mehr alleine an seinem Tisch vor sich hinwursteln müssen“, so Scherf weiter. „Wir sind darauf angewiesen, dass alle mitarbeiten.“

Wolfgang Zöller merkte an, dass maßgeschneiderte Konzepte nur mit allen gemeinsam erarbeitet werden könnten. Sie müssten sich insbesondere an den Bedürfnissen der Patienten orientieren. „Es hat sich bereits viel geändert, doch wir müssen weiter daran arbeiten, und alle sollten an einem Strang ziehen.“

Mehr Wertschätzung für den Pflegeberuf
Intensiv beleuchtet wurde der bereits bestehende Fachkräftemangel, der sich durch alle Branchen zieht. Uwe Eisner berichtete, dass er zurzeit auf der Suche nach qualifizierten für seine Praxis in Collenberg ist, bisher ohne Erfolg. Eisner wünschte sich eine weitere Verbesserung der Infrastruktur, damit für junge Familien und generell für Fachkräfte im Gesundheitsbereich ein Anreiz geschaffen wird, sich im ländlichen Raum niederzulassen.

Daniel Ringelstetter erhoffte sich mehr Anerkennung für den Pflegeberuf in der Gesellschaft. „Ich wünsche mir mehr Mut, um die Rahmenbedingungen zu ändern und etwas Neues zu schaffen“. Übereinstimmung herrschte mit der Meinung, dass gerade in der Pflegebranche monetäre Anreize geschaffen werden müssen. Hier bestehe die größte Abbrecherquote während der Ausbildung. Alleine aufgrund des demografischen Wandels sei der Pflegeberuf ein Beruf der Zukunft. Die Gesundheitsregion Plus sei hierfür ein ideales Instrument.

Katharina Merker antwortete auf die Frage, was sie sich denn wünsche, um sich hier später als Medizinerin hier niederzulassen „Ich wünsche mir mehr Informationen“. Optimal sei es ihrer Auffassung nach, wenn sich alteingesessene Ärzte mit jüngeren Kollegen zusammenschlössen. „Das Wissen sollte weitergegeben werden.“

Numerus clausus keine geeignete Messlatte für den Arztberuf
Am Sonntag wurde klar: Nicht nur der Pflegeberuf klagt über Mangel an Nachwuchs. Allgemein ist es um den Arztberuf nicht mehr ganz so gut bestellt wie noch vor Jahren. Die einhellige Meinung: Medizinstudenten sollen nicht nur mehr anhand ihres Notendurchschnitts ausgewählt werden, sondern insbesondere aufgrund ihrer Sozialkompetenz. Der Assistenzarzt Daniel Feldberg berichtete, dass er, bevor er sein Medizinstudium aufnehmen konnte, eine längere Wartezeit einkalkulieren musste. Während dieser Wartezeit habe er eine Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert. Aus dem Publikum berichtete Sabine Ullrich, dass sie sich derzeit zur Krankenschwester ausbilden lässt und danach Medizin studieren möchte. Auch sie wünschte sich andere Voraussetzungen und mehr Information. Wolfgang Zöller berichtete, dass sich trotz Bestrebungen der Bundesregierung noch viele Hochschulen querstellten, Studenten ohne Wartezeit zuzulassen, deren Notendurchschnitt nicht zwischen 1,0 und 1,5 liegt.

Gemeinsam an einem schlüssigen Konzept zu arbeiten, orientiert an den individuellen Bedürfnissen, sei der richtige Weg, die Gesundheitsversorgung im Landkreis Miltenberg zu sichern, betonte Landrat Jens Marco Scherf in seinem Schlusswort. Nur so könnten Bedingungen im Gesundheitsbereich geschaffen werden, von denen alle profitieren.

Das multiprofessionelle Podium diskutierte angeregt mit den beiden Politikern.

Jörg Frieß, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Aschaffenburg Untermain und Mitveranstalter, machte die Vorzüge des Landarztdaseins deutlich.

Die Journalistin Ruth Weitz moderierte die Veranstaltung.

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